Wasserkünste Episode WK#008

Biodiverser Wassergarten: vom künstlichen Gewässer zum vielfältigen Lebensraum

Der Podcast über Wasser in Reisen, Natur, Kunst und Kultur.

12.03.2025

61 min

Episodencover mit Micheal Messner in Podcast Wasserkünste

Inhalt

  • Wer steckt dahinter
  • Wassergarten oder Schwammstadt
  • Michael Messner (teichitekten)
  • Biodivesität oder Klimaschutz

Episode 008: Biodiversität am künstlichen Gewässer

von Jörg trifft Micheal Messner (Teichitekten)

Zusammenfassung

Ein Gartenteich mit glasklarem Wasser gilt vielen als Idealbild – doch genau diese Perfektion kann zum Problem werden. Im Wasserkünste-Podcast spricht Diplom-Ökonom Michael Messner, der mit seinen Unternehmen seit Jahrzehnten die Wassergartentechnik prägt, darüber, wie ein biodiverser Wassergarten entsteht und warum künstliche Gewässer mehr Lebensraum statt reiner Optik brauchen.

Formale, geradlinige Gartengestaltung habe Wasserbecken zunehmend in sterile, bis auf den Grund einsehbare Objekte verwandelt, so Messner. Ein biodiverser Wassergarten setzt dem eine andere Idee entgegen: Wasser als Lebensraum statt reines Designelement. Eine Untersuchung in einem Hausgarten habe nach Messners Angaben rund 950 verschiedene Arten allein an Land gezählt – im und am Wasser bewege sich die Vielfalt ähnlich hoch. Ein bewusst biodivers angelegter Wassergarten könne diese Artenvielfalt fast verdoppeln.

Vom Schwammgarten zum Klimapuffer

Messner verbindet das Thema eng mit dem Klimawandel. Künstliche Gewässer könnten durch Verdunstungskälte Hitzeperioden abmildern; im städtischen Umfeld seien laut Messner bereits Effekte von zwei bis drei Grad nachweisbar. Anknüpfend an die Schwammstadt plädiert er für den „Schwammgarten“: private Flächen, die Regenwasser aufnehmen, speichern und in Trockenphasen wieder abgeben. Auch DIN-Normen und Verbandsarbeit sieht er als Chance, biodiverse Gewässer zu standardisieren, ohne ihre Individualität zu verlieren.

Wer selbst einen biodiversen Wassergarten plant, dem rät Messner zu Gelassenheit statt Trendhype, zu sorgfältiger Umsetzung und dazu, bei Unsicherheit erfahrene Fachleute einzubeziehen. Wie er selbst zu diesem Thema fand und warum er von „Neobiodiversität“ spricht, lässt sich in der vollständigen Episode von Wasserkünste nachhören.

Der Wasserkünste Host

Jörg Baumhauer Host und Inhaber edition aqua und Podcast Wasserkünste

Jörg von edition aqua

Jörg Baumhauer, Host und Inhaber von edition aqua und Wasserkünste, liebt Wasser, Natur, Schreiben und ist neugierig. Auf Neues, auf Nachhaltiges und auf Menschen. Als Autor schreibt er Artikel für Fachmagazine und ist Autor mehrerer Bücher.

Weitere Episoden

Podcast Wasserkünste hat die Bestsellerautorin Carin Müller zu Gast

Carin Müller: Wasser als literarisches Leitmotiv

Wasser zieht sich durch fast das gesamte Werk von Carin Müller – ob als
Meer, Fluss oder Loch. Die Bestsellerautorin, gelernte Journalistin und
Podcasterin schreibt unter mehreren Pseudonymen, die sie selbst
liebevoll ihre „Autorinnen-WG“ nennt. Im Gespräch mit Jörg Baumhauer
erzählt sie, warum sie trotz ihrer Liebe zum Meer bewusst im Binnenland
lebt und wie aus ihrer Faszination für das Element ihr bislang
forderndster Roman entstand: die Geschichte einer Frau, die sich den
gefährlichsten Meerengen der Welt stellt.

Eine Autorinnen-WG mit vielen Stimmen

Unter dem Namen Charlotte McGregor schreibt Müller ihre erfolgreichste
Reihe, angesiedelt in einem fiktiven schottischen Dorf. Charlotte
Taylor, ihr erstes Pseudonym, ist inzwischen in Rente. Für ernstere
Stoffe steht Charlotte Tarnowski, benannt nach dem polnischen
Mädchennamen ihrer Großmutter. Unter diesem Namen erschien auch ihr
aktueller Roman über eine Frau, die sich der Ocean-Seven-Challenge
stellt: dem Durchschwimmen von sieben besonders gefährlichen Meerengen,
dem Pendant zu den Seven Summits im Bergsteigen.

Vom Warum eines extremen Vorhabens

Fasziniert von der Frage, was Menschen zu einem solchen Vorhaben treibt,
recherchierte Carin Müller intensiv, unter anderem über
Erfahrungsberichte realer Extremschwimmerinnen und -schwimmer. Eine
befriedigende Antwort auf das Warum fand sie dabei nicht – und machte
genau das zum Ausgangspunkt ihrer Geschichte. Ihre Protagonistin Sophie
beginnt die Challenge ausgerechnet am Todestag ihres Mannes und ihres
Sohnes, die bei einem Gewitter auf einem schottischen See ums Leben
kamen. Für Sophie wird das eiskalte, einsame Wasser zum Ort, an dem sie
mit ihrer Trauer ringt. Für Carin Müller selbst bleibt Wasser vor allem
eines: ein Sehnsuchtsort zwischen Freiheit und Respekt vor seiner Kraft
– am liebsten an den weiten Stränden der Nordsee, wo sie höchstens bis
zu den Knien hineingeht.

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