Wasserkünste Episode WK#012

Wasserpflanzen als Gewässer-Indikator – Interview mit Dr. Klaus van de Weyer (Lanaplan)

30.04.2025

61 min

Dr. Klaus van de Weyer spricht im Podcast Wasserkünste über Wasserpflanzen.

Inhalt

  • Makrophyten
  • Gerwässerqualität
  • Wasserpflanzen als Indikatioren
  • Neophyten und ihre Rolle
  • Fotografie unter Wasser

Episode #012: Leidenschaft für Wasserpflanzen

von Jörg und Dr. Klaus van de Weyer

Zusammenfassung

In dieser Episode von Wasserkünste spricht Jörg Baumhauer mit dem Gewässerökologen und Botaniker Dr. Klaus van de Weyer, der seit 1989 Mitinhaber des Planungsbüros Lanaplan in Nettetal ist und sich auf
Wasser- und Sumpfpflanzen, die sogenannten Makrophyten, spezialisiert hat.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage, was Wasserpflanzen über den Zustand eines Gewässers verraten und wie sich Klimawandel sowie eingewanderte Arten auf sie auswirken.

Wasserpflanzen zur Gewässerbewertung

Van de Weyer erklärt, dass Makrophyten als sichtbare Wasser- und Sumpfpflanzen ein zentraler Baustein der ökologischen Bewertung von Seen und Flüssen sind. Grundlage dafür bilden Referenzgewässer ohne erkennbare Beeinträchtigung, deren Artenzusammensetzung als Maßstab für die jeweilige  Gewässer-region dient. Anhand solcher Referenzwerte lassen sich Abweichungen erkennen, ähnlich einem Schulnotensystem, wie es etwa die europäische Wasserrahmenrichtlinie vorsieht.

Der Klimawandel zeigt sich nach seiner Beobachtung sowohl in häufigeren und intensiveren Gewittern, die die Feldarbeit einschränken, als auch in einer Verschiebung der Artenzusammensetzung: Wärmeliebende Neophyten breiten sich aus, während Arten mit nordischem Verbreitungsschwerpunkt zunehmend unter Druck geraten. Auch eingewanderte Tierarten wie die Quaggermuschel oder die
Nutria verändern Gewässer erheblich, etwa indem sie Wasserpflanzenbestände zurückdrängen oder die Nahrungsgrundlage für Fische beeinträchtigen.

Wunderbare Unterwasserpflanzen

Als Unterwasserfotograf und Taucher möchte van de Weyer die oft verborgene Schönheit der Wasserpflanzenwelt sichtbar machen und weitergeben. Wer mehr über Gewässerökologie, den Umgang mit invasiven Arten und die Faszination für Wasserpflanzen erfahren möchte, findet in der vollständigen Episode von Wasserkünste zahlreiche weitere Einblicke.

Weitere Episoden

Podcast Wasserkünste hat die Bestsellerautorin Carin Müller zu Gast

Carin Müller: Wasser als literarisches Leitmotiv

Wasser zieht sich durch fast das gesamte Werk von Carin Müller – ob als
Meer, Fluss oder Loch. Die Bestsellerautorin, gelernte Journalistin und
Podcasterin schreibt unter mehreren Pseudonymen, die sie selbst
liebevoll ihre „Autorinnen-WG“ nennt. Im Gespräch mit Jörg Baumhauer
erzählt sie, warum sie trotz ihrer Liebe zum Meer bewusst im Binnenland
lebt und wie aus ihrer Faszination für das Element ihr bislang
forderndster Roman entstand: die Geschichte einer Frau, die sich den
gefährlichsten Meerengen der Welt stellt.

Eine Autorinnen-WG mit vielen Stimmen

Unter dem Namen Charlotte McGregor schreibt Müller ihre erfolgreichste
Reihe, angesiedelt in einem fiktiven schottischen Dorf. Charlotte
Taylor, ihr erstes Pseudonym, ist inzwischen in Rente. Für ernstere
Stoffe steht Charlotte Tarnowski, benannt nach dem polnischen
Mädchennamen ihrer Großmutter. Unter diesem Namen erschien auch ihr
aktueller Roman über eine Frau, die sich der Ocean-Seven-Challenge
stellt: dem Durchschwimmen von sieben besonders gefährlichen Meerengen,
dem Pendant zu den Seven Summits im Bergsteigen.

Vom Warum eines extremen Vorhabens

Fasziniert von der Frage, was Menschen zu einem solchen Vorhaben treibt,
recherchierte Carin Müller intensiv, unter anderem über
Erfahrungsberichte realer Extremschwimmerinnen und -schwimmer. Eine
befriedigende Antwort auf das Warum fand sie dabei nicht – und machte
genau das zum Ausgangspunkt ihrer Geschichte. Ihre Protagonistin Sophie
beginnt die Challenge ausgerechnet am Todestag ihres Mannes und ihres
Sohnes, die bei einem Gewitter auf einem schottischen See ums Leben
kamen. Für Sophie wird das eiskalte, einsame Wasser zum Ort, an dem sie
mit ihrer Trauer ringt. Für Carin Müller selbst bleibt Wasser vor allem
eines: ein Sehnsuchtsort zwischen Freiheit und Respekt vor seiner Kraft
– am liebsten an den weiten Stränden der Nordsee, wo sie höchstens bis
zu den Knien hineingeht.

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